Diese Frage beschäftigt immer mehr Menschen und vielleicht geht es auch Ihnen so. Mit diesem Beitrag möchte ich Ihnen einen ersten Einstieg in das Thema ermöglichen.

Ein Bindungstrauma wird auch Entwicklungstrauma genannt. Dabei gilt es zwei wichtige Bereiche zu betrachten: Bindung und Regulation.

Wir sind soziale Lebewesen, die sich über die Verbindung zu sich selbst und anderen regulieren. Die Bindungen, die wir als Kinder haben und wie wir lernen uns zu regulieren, beeinflussen unser ganzes Leben. 

Idealerweise wachsen wir bei Bindungspersonen auf, die sich sowohl selbst als auch gegenseitig regulieren und ein Umfeld erschaffen, in dem wir ebenfalls Regulation erlernen können.

Wenn sich ein Baby z.B. ängstlich, hungrig oder unwohl fühlt, kann es sich nicht einfach selbst beruhigen. Es benötigt Haut-zu-Haut-Kontakt, einen rhythmischen Herzschlag, eine freundliche Stimme und ein liebevolles Lächeln. Wenn also jemand aufmerksam, präsent und selbstreguliert auf das Baby eingeht, kann es sich beruhigen. Diese Erfahrung wird im impliziten, unbewussten Gedächtnis des Babys gespeichert. So kann das Nervensystem Co-Regulation lernen.

Wenn wir also in einer präsenten, schützenden und sicheren Umgebung aufwachsen, kann sich das Gehirn in seiner Entwicklung auf eben solche Erfahrungen und Beziehungsaspekte konzentrieren, anstatt auf Verteidigung. Wir müssen nicht ständig nach Gefahren Ausschau halten und können dem Leben und anderen Menschen vertrauen.

Aber was ist, wenn die Umstände anders sind und wir z.B. eine Bindungsperson haben, die uns vernachlässigt, misshandelt oder selbst traumatisiert ist und sich nicht regulieren kann? In diesem Fall…