Entwicklungstrauma

Traumatisierung entsteht, wenn die Grenzen des Stressverarbeitungssystems eines Menschen überschritten wurden, Bewältigungsstrategien nicht greifen konnten und das Erleben mit Gefühlen von Ohnmacht und Kontrollverlust verbunden war. Diese Grenze ist abhängig von der individuellen psychischen Widerstandskraft (Resilienz) und Selbstregulation.

Wir sind soziale Lebewesen, die sich über die Verbindung zu sich selbst und anderen regulieren. Die Bindungen, die wir als Kinder haben und wie wir lernen uns zu regulieren, beeinflussen unser ganzes Leben.

Idealerweise wachsen wir bei Bindungspersonen auf, die sich sowohl selbst als auch gegenseitig regulieren und ein Umfeld erschaffen, in dem wir ebenfalls Regulation erlernen können. So kann unser Nervensystem Co-Regulation lernen.

Wenn wir also in einer schützenden, präsenten und sicheren Umgebung aufwachsen,  müssen wir nicht ständig nach Gefahren Ausschau halten und können dem Leben und anderen Menschen vertrauen.

Aber was ist, wenn die Umstände anders sind und wir z.B. eine Bindungsperson haben, die uns vernachlässigt, misshandelt oder selbst traumatisiert ist und sich nicht regulieren kann? In diesem Fall werden unsere neuronalen Netzwerke für sichere Bindung weniger ausgebaut und unser Gehirn spezialisiert sich stattdessen auf Gefahren. Denn wenn wir uns (vor anderen) schützen müssen (besonders vor denen, die uns eigentlich Schutz geben sollen), dann tun wir gut daran, ein feines Radar für die ersten Anzeichen von Gefahr zu haben, um besser darauf reagieren zu können.

Und so entwickeln sich unser Gehirn und Nervensystem entlang unserer Erfahrungen, die wir in Beziehung mit unserer Umwelt machen.

Symptome, die durch eine Traumatisierung verursacht werden können sind u.a.

  • Schlafstörungen, Albträume, psychosomatische Beschwerden
  • Veränderungen der Emotionsregulation und Impulskontrolle
  • Stressfolgeerkrankungen (Burnout), Erschöpfungszustände
  • Veränderungen in Aufmerksamkeit und Bewusstsein
  • Veränderungen der Selbstwahrnehmung
  • Schuld- oder Schamgefühle
  • innere Unruhe, Reizbarkeit
  • depressive Verstimmung
  • Angst, Panikattacken
  • starke Selbstzweifel
  • sozialer Rückzug

Die ressourcenorientierte bindungsbasierte Traumatherapie folgt einem salutogenetischen Behandlungsansatz. In der Therapie geht es zunächst um Ihre Stabilisierung im Hier und Jetzt. Wir mobilisieren die gesunden, unbewussten Selbst-Anteile, Kräfte, Interessen und Ressourcen.

Nach der Stabilisierungsphase (-Sicherheit, Stabilisierung und Reduktion der Symptome) beschäftigen wir uns phasenorientiert mit Ihrem traumatischen Erleben (-Konfrontation, Durcharbeiten und Integration von traumatischen Erinnerungen, sowie -Integration der Identität).

Ziel der Therapie ist, dass Sie sich in ihrer Ganzheit als handelnden Menschen wieder finden und Ihr Leben freier, mutiger und im Vertrauen auf Ihre inneren Kräfte gestalten können.

Hier können Sie einen Termin für ein kostenloses Erstgespräch buchen.

Erstgespräch bei

Sophie Linnemann

Erstgespräch bei

Claudia Leinert